Patenbrief

Tierschutz-Aktionen 

Tierschutzverein Bad Lauterberg im Harz und Umgebung e.V.
Tierschutz mit Herz und Verstand
Thema: Das Katzenelend



Der Deutsche Tierschutzbund e.V. Bonn, dem auch unser Verein angeschlossen ist, informiert, dass
mehr als 70.000 Katzen jährlich ertränkt, erschlagen oder zu Tode gequält werden. 250.000 Tiere pro Jahr werden hierzulande streunend in Wald und Feld abgeschossen. Mindestens ebenso viele fallen dem Strassenverkehr zum Opfer. Nach wie vor ist nicht auszuschliessen, dass Katzen eingefangen und zu Katzenfellen verarbeitet werden oder in dubiosen Instituten als Versuchstiere enden. Jedes ein Einzelschicksal, dessen Leben und Tod mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden ist.

Doch auch für jene Katzen, die ihr Leben ungestört, ohne Kontakt zum Menschen auf verwilderten Grundstücken, in Gärten oder auf Fabrikgeländen fristen, sind die Probleme nicht geringer.

In den Jahrhunderten, in denen sie in menschlicher Obhut war, ist die Katze zum Haustier geworden. Ihr Jagdtrieb ist zwar noch vorhanden, doch die Empfindlichkeit der Sinnesorgane und die Geschicklichkeit, die für die erfolgreiche Jagd notwendig sind, haben sich im Laufe der Zeit zurückgebildet. Die Tiere sind somit auf die Pflege und Ernährung durch den Menschen angewiesen. Eine ausgesetzte Hauskatze, die allein vom Mäusefang leben soll, kann sich nicht ausreichend ernähren - und schon gar nicht ihren Nachwuchs!

Doch Nachwuchs stellt sich immer wieder ein. Mit einem halben Jahr bereits ist die Katze geschlechtsreif. Kaetzinnen werden mehrfach im Jahr, vornehmlich in der Zeit zwischen April und September, rollig. Kommt es während dieser Phase zur Paarung, so bringt die Katze nach 63 bis 66 Tagen durchschnittlich vier bis sechs Junge zur Welt. Die Überlebenschancen der Jungtiere sind bei freilebenden Katzen zwar gering. Doch die Tiere haben dennoch enorm viele Nachkommen.

Geht man davon aus, dass eine Kätzin zweimal im Jahr Nachwuchs bekommt und jeweils 3 Junge pro Wurf überleben, dann kommt man nach einem Zeitraum von zehn Jahren auf die stattliche Anzahl von mehr als 240 Millionen Nachkommen. Doch auch drei Würfe pro Jahr mit 6 bis 8 Jungen sind moeglich. Fuer den Tierfreund bietet sich daher ein trauriges Bild: Elende, verkommene und halb verhungerte Katzen, geplagt von Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose, Augenkrank-heiten, befallen von Flöhen und Würmern.

Die freilebenden Tiere einzufangen und zur Behandlung und Weitervermittlung in Tierheimen aufzunehmen, ist, vor allem für ältere Katzen, keine Hilfe. Katzen, die längere Zeit in Freiheit gelebt haben, lassen sich in der Regel nicht mehr an ein Leben in häuslicher Gemeinschaft gewöhnen. Sie sind scheu und ängstlich und immer auf Fluchtmöglichkeiten bedacht. Trotz intensiver Pflege und Betreuung durch das Pflegepersonal leiden sie beim Aufenthalt im Tierheim, wo die Tiere immer nur in begrenzten Gehegen untergebracht werden können. Nur sehr junge Katzen, die sich noch an ein Zusammenleben mit dem Menschen gewöhnen lassen, haben eine Chance, ueber die Tierheime in liebevolle Hände vermittelt zu werden. Für ältere frei-lebende Katzen ist dies ein fast aussichtsloses Unterfangen Wenn keine Aussicht besteht, gesunde, verwilderte Hauskatzen an das Leben unter Menschen oder unter Artgenossen zu gewöhnen, sollten die Tiere nach der tierärztlichen Untersuchung und Kastration wieder in ihren gewohnten Lebensraum entlassen werden. Die weitere Versorgung muss, im Zweifelsfall in Absprache mit der jeweiligen Ordnungsbehörde, sichergestellt werden.

Ein zusätzliches Problem besteht darin, dass die meisten Tierheime - so auch der Tierschutzverein Bad Lauterberg - bereits mit abgegebenen Hauskatzen vollständig überbelegt sind. In dieser Situation ist es ausserordentlich schwer, für alle Tiere ein neues Heim zu finden.

Es gibt daher für Tierfreunde nur einen Weg, das Katzenelend einzudämmen: Wir dürfen nicht zulassen, dass sich frei-lebende, aber auch im Haus gehaltene Katzen weiter unkontrolliert vermehren.

Für den Tierarzt ist die Kastration ein routinemässiger Eingriff, der unter Narkose durchgeführt wird und für die Tiere ungefährlich ist. Der Tierarzt entfernt bei der Katze die Eierstöcke und beim Kater die Hoden. Fuder Katze und Kater ist dieser Eingriff meist nach ein bis drei Tagen vergessen. Das Gerücht, eine Katze könne erst kastriert werden, nachdem sie einmal geworfen habe, hält sich leider hartnäckig. Diese Behauptung entbehrt jedoch jeglicher Grundlage. Um konsequent Nachwuchs zu verhindern, sollten die Tiere bereits vor Beginn der Geschlechtsreife kastriert werden. Besitzer von Katzen sind oft eher als Besitzer von Katern bereit, ihren Liebling durch einen Eingriff unfruchtbar machen zu lassen. In der Regel wird der Besitzer eines weiblichen Tieres die Sorge um den unerwünschten Nachwuchs mittragen müssen. Besitzer von Katern dagegen werden von derlei Problemen nicht unmittelbar behelligt.

Doch sollten Sie Besitzer eines unkastrierten Katers sein, dann vergessen Sie bitte nicht, dass auch ihr Kater möglicherweise auf seinen nächtlichen Streifzügen das Katzenelend vergrössert. Ein Vorteil ist auch, dass kastrierte Kater nicht mehr ihre Duftmarken an Hauswänden und Gegenständen hinterlassen.

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. und wir appellieren deshalb an alle Katzenhalter:

Bitte lassen Sie Ihre Katze oder Ihren Kater kastrieren!

Seit vielen Jahren kämpft unser Verein hier im Raum Bad Lauterberg gegen diese Vermehrung an. Doch allein sind wir machtlos. Bitte folgen Sie unserem Aufruf und lassen Sie Ihr Tier kastrieren. Sie können damit einen direkten und wirklichen Beitrag zur Bekämpfung des Katzenelends leisten und ersparen uns Kosten. Sofern Sie ein Tier von uns übernehmen, können Sie sicher sein, dass es bereits auf unsere Kosten kastriert wurde. Die Kosten, die unser Verein jährlich dafür aufwendet, übersteigen schon jetzt unsere Möglichkeiten bei weitem und darum müssen wir auch immer wieder um Ihre Mithilfe bitten.

Mit nachstehender Illustration möchten wir Ihnen die Vermehrung einmal deutlich vor Augen zu führen.

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Tierschutz-Aktionen

Olga

Es war in Buenos Aires, es war Sommer und sehr heiss. Ich sollte mal ein paar Tage ausspannen, meinte mein Chef, und lud mich zu seiner Familie in der Provinz Cordoba ein. Meine Begeisterung war gross, denn ich wusste, dass sie eine stattliche Alpaca-Herde hatten. Man hält sie wegen ihrer wertvollen Wolle, aber anders als bei Schafen, von denen man meint, sie sähen alle egal aus, ist kein Tier dem anderen gleich. Nicht nur in der Farbe oder in der Fellzeichnung, auch im Gesichtsausdruck und im Charakter. Ausserdem freute ich mich, weil in einem Kurort in der Nähe der Hazienda gute Freunde von mir wohnten.

Die sprichwörtliche argentinische Gastfreundschaft umgab mich einige Tage später, und eine meiner ersten Fragen war, wo sich die Alpacas befänden. Irgendwo in den Weiten der Pampa, war die Antwort. Wenn ich gern dorthin wollte, es wäre sowieso an der; Zeit mal wieder nach dem rechten zu sehen. Ein Vorarbeiter würde sie mit dem Geländewagen suchen, da konnte ich mit. So rumpelten wir tags darauf weglos über Felder und Hügel, aber nach etwa zwei Stunden sahen wir sie.

Der Hirt freute sich, der Hund bellte und die Alpacas kamen neugierig auf uns zu. Meine Begeisterung war unbeschreiblich. Nicht eins sah aus wie das andere, und ich hätte sie alle knuddeln mögen. Aber davon hielten sie nichts und wichen ängstlich zurück. Während ich versuchte, sie zu fotografieren, hörte ich wie der Hirt zum Fahrer sagte, dass ein Junges eine Fehlstellung des Hinterfusses hätte und humpele. Es sei so geboren, aber nun müssten sie weiter ziehen, und mitlaufen könnte es nicht. "Wir nehmen es mit", sagte mein Begleiter, "die Küche freut sich!" "Wieso freut sich die Küche??" entsetzte ich mich und kriegte dann einen Vortrag darüber, dass auch Schafe und Kälber geschlachtet würden, und dass dieses Tier mit seiner Behinderung auf der freien Wildbahn keine Überlebenschance hätte. Eh es nun in der Nacht der Condor oder die Geier packen, wäre das Ende in der Küche schneller und sinnvoller.

Inzwischen hatte ich es auf dem Schoss. Es sah aus wie ein wolliges Plüschtier. Sein Köpfchen erinnerte an das eines Bambis, seine grossen Augen waren von beneidenswert langen Wimpern umrahmt. Es war völlig weiss. Nachdem es sich beruhigt hatte, mein Streicheln spürte, so etwas wie Geborgenheit empfand, lehnte es sich vertrauensvoll an mich und wir wussten beide: Die Küche kriegt es nicht.

Was dann folgte ist schnell berichtet: Ich bat darum, das Tier käuflich zu erwerben, und es wurde mir geschenkt. Meine in der Nähe wohnenden Freunde nahmen mich und meinen Anhang bei sich auf. Ein Tierarzt schiente das Füsschen Es stellte sich heraus, dass es eine Senorita war, und ich nannte sie Olga ich wusch sie, bürstete sie, massierte das Beinchen. Sie war sofort jedermanns Liebling. Während der Woche blieb sie umsorgt und gepflegt bei der Familie, und ich flog jedes Wochenende zu ihr.

Dann stand sie schon am Gartenzaun, um mich zu begrüssen. Ihre Behinderung war total auskuriert, und ihre grösste Wonne war es, von mir gebürstet zu werden. Das ging so weit, dass sie schneeweiss '“frisiert" mit roter Schleife am Hals, sich in jeder Pfütze oder Sandkuhle wälzte, die sie bewusst suchte und auch immer fand. Völlig verdreckt kam sie dann wieder, genau wissend, dass sie wieder gebürstet wurde.

Wir gingen zusammen spazieren und erregten entsprechendes Aufsehen. Touristen fotografierten uns, oder liessen sich mit ihr fotografieren. Olga wusste, dass sie schön war, und benahm sich wie eine Diva. Wenn sie jemand anfassen wollte, ging sie gemessen auf Distanz, und ihr Blick wies jeden in die Schranken. Hunde hielten respektvoll Abstand, und falls mal einer kläffen sollte, sah sie ihn an, als ob sie sagen würde: "Blöder Hund!"

Sonnabends gingen wir gemeinsam auf den Wochenmarkt, und während ich mich um den Einkauf kümmerte, schlenderte Olga zwischen den Ständen umher. Bis es eines Tages bittere Klagen gab: "Ihr Viech klaut!" Aber man war nicht kleinlich, auch war es komisch, und die Klagen nicht böse gemeint. Trotzdem, auf dem Weg zurück, nahm ich mir Olga vor: " Wir müssen ein ernstes Wort miteinander reden. Du darfst nicht stehlen!"

Aber an den kommenden Sonnabenden war es genauso.

Vielleicht begreift sie mich nicht, dachte ich, und beschloss, sie während meines nächsten Einkaufs nicht aus den Augen zu lassen, um sie auf frischer Tat zu ertappen. Aber sie benahm sich untadelig und rührte nichts an.

Auf dem Weg zurück streichelte ich sie, nahm ihr Köpfchen zwischen meine Hände und sagte ihr, dass sie ein braves und artiges Mädchen sei. Das nahm sie unbeeindruckt zur Kenntnis, aber dann blieb sie stehen und guckte mich an. Ich weiss nicht, ob es herablassend oder belustigt war, jedenfalls bewegte sie ihre samtige Schnauze hin und her, um dann im hohen Bogen - flupp - eine dicke, unversehrte Tomate auszuspucken...

Weshalb ich dieses erzähle? Nicht nur, weil es zum Lachen ist, sondern auch, weil es zum Nachdenken zwingt. Sicher, der IQ ist nicht bei allen Geschöpfen gleich, aber wenn wir Tiere als Mitgeschöpfe, nicht nur als Fleisch-, Eier-, Milch-, Pelzlieferant betrachten, dann werden wir feststellen, dass sie wie wir Menschen fühlen. Sie empfinden Freude und Trauer, Zuneigung oder Missachtung, sie erleiden Schmerzen und haben Angst. Wir sollten respektvoll mit ihnen umgehen, denn jedes Tier ist eine Persönlichkeit, die wir erkennen könnten, wenn wir uns die Mühe machen würden, sie zu ergründen.

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Viel Lärm um Nichts!

Die ganze Freude der alten Dame war ihre Katze Jule. Sie hatten ein inniges Verhältnis zu einander, auch wenn Jule der " Herr im Hause " war. Alles im Ablauf des Tages war vorprogrammiert, auch dass Jule abends einen Spaziergang im Garten machte und pünktlich nach einer Stunde zurück kam.
Das friedliche Miteinander wurde jäh gestört, als Jule eines abends nicht erschien. Die alte Dame wartete ungeduldig. Es wurde immer später. Sie ging hinaus um zu rufen, aber nur leise, um die Nachbarn nicht zu stören. Vergebens. Sie ging ins Bett, aber an Schlaf war nicht zu denken.
Als Jule morgens immer noch nicht da war, auch keine Spur von ihr im Garten, lief sie zu allen Nachbarn und fragte, ob jemand vielleicht die Garage oder den Keller offen gelassen hätte, und sie versehentlich gefangen sein könnte. Bei keinem traf es zu, aber alle hatten trostreiche Worte: Eine Katze käme immer wieder. Auch eine Katze könnte mal unsolide sein usw.
So verging ein Tag voller Sorge und Aufregung für die alte Dame. Als es wieder Abend wurde, der Lärm des Tages nachgelassen hatte, ging sie zum xten Mal wieder in den Garten um zu rufen. Unter dem hohen Birnbaum blieb sie stehen, um sich die Tränen abzuwischen. Da hörte sie über sich ein leises Miauen! " Jule ! Jule, mein Kätzchen, wo bist du denn ??"  Zur Antwort erklang klägliches Gemauze von oben. Jule sass in etwa fünf Meter Höhe in einer Astgabel und wagte sich offensichtlich nicht runter. Die alte Dame war selig. "Komm, Jule, so hoch ist es doch garnicht ! Spring runter, Jule, ich fange dich auf !" Aber nichts geschah.
So lief sie zum Nachbarn, ob er helfen könnte. Dem aber kam es zeitlich ungelegen und er erklärte ihr, dass die Katze in jedem Fall da wo sie rauf kam, auch wieder runter käme. Sie solle sich abregen, Jule würde bestimmt zur Nacht zu Hause sein. Andernfalls würde sein Sohn morgens mit der Leiter kommen und sie abpflücken.
Nach der dritten schlaflosen Nacht für die alte Dame saß Jule morgens noch immer im Baum. Folglich rückte der Sohn des Nachbarn mit einer langen Leiter an und kletterte hoch.
Jule sah ihn mit grossen, angstvollen Augen immer näher kommen. Als er oben war und nach ihr greifen wollte, machte sie einen Satz  und schwang sich auf den nächst höheren Ast. "Bleib stehen, du dummes Viech, ich will dir doch nur helfen," sagte der junge Mann, und damit trat er von der Leiter ab ins Geäst. Doch er stand unsicher, musste sich mit einer Hand festhalten, und es war klar, dass die ganze Aktion nicht gelingen konnte, denn die mollige Jule mit einer Hand zu packen und zu transportieren, war aussichtslos.
Das musste Jule wohl auch erkannt haben, denn mit dem Mut der Verzweiflung begann sie erst vorsichtig, dann behende, Schwanz voran, den Abstieg.Plumps war sie unten und raste ins Haus.
Nun sass statt der Katze der junge Mann im Baum. "Sie können runter kommen, Jule ist da," rief die alte Dame nach oben. Das wüsste er auch, entgegnete er wütend, aber er hinge irgendwo fest und käme nicht weg. Sie solle seinen Vater holen und das schnell. Ogottogott !
Der Vater kam, sah und schimpfte: "Wenn mein Sohn wegen ihrer dämlichen Katze zu Schaden kommt, mach ich Sie dafür haftbar !"
"Halt aus, Junge, ich hol` die Feuerwehr !"
Es ging sehr schnell, dann war sie da, aber es kam allen vor wie eine Ewigkeit. Die Drehleiter wurde ausgefahren, der junge Mann war schnell in Sicherheit. Die zahlreichen Zuschauer verzogen sich und die schreckensbleiche alte Dame fragte den freundlichen Feuerwehrmann, was sie ihm schulde.
"Nichts, wenn Not ist, dann sind wir da," sagte er.
"Auch wegen einer Katze ?"
"Auch wegen einer Katze. Aber hier ging es ja um einen Menschen."
"Natürlich, ich bin ganz durcheinander," erklärte sie ihm, den Tränen nah.
Sie würde dem Nachbarn einen Kuchen backen, und dem jungen Mann flüsterte sie zu, dass sie ein " Scheinchen" für ihn hätte. So trennte man sich doch in alter Freundschaft.
Wieder im Haus liess sich die alte Dame erschöpft auf einen Stuhl fallen, denn Jule lag in ihrem Sessel und schlief fest. "Man sollte dir das Fell versohlen." sagte sie. Da machte Jule für einen kurzen Moment die Augen auf, räkelte sich genüsslich, und dachte mit Sicherheit: "Is` was ??"
 

Nach einer wahren Begebenheit erzählt
von Thea L. Hartung

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„Rudi's Geschichte”

   Der Tierschutzverein möge bitte den Kater wegholen, der immer wieder in ihrem Garten sässe. Das möge sie nicht. – So ein Anruf beim TV. Eine Mitarbeiterin ging hin, um sich vor Ort kundig zu machen. Es war ein grosses Haus, nur von einer Familie bewohnt, im Garten Garage und ein Abstellraum. Ideal für ein Tier. Aber die Anruferin liess nicht mit sich reden, dem Kater, der offenkundig herrenlos war, eine Bleibe zu gewähren. Auch nicht, ihn wenigstens im Abstellraum ein warmes Plätzchen zu geben und ihn zu füttern. Ein Herz für Tiere kann man nicht erzwingen.

Es war ein Glücksfall, dass zwischen dem Gartenzaun und der Rückwand der Nachbargarage ein schmaler Gang verläuft. Dorthin brachte die Tierschützerin Futter und wartete im Versteck. Es dauerte nicht lange, da erschien der Kater, sah sich ängstlich um und stürzte sich gierig über den gefüllten Napf. Es war ein sehr schönes Tier, schwarz mit weissen Pfoten. Aber wie sah er aus! Ein Skelett mit struppigem Fell.

Es versteht sich von selbst, dass er von da an täglich eine gute Mahlzeit bekam. Es wurde ein kleiner Unterstand gebaut, sodass bei Regen Kater und Futter trocken blieben. Der Kater – inzwischen Rudi genannt – erschien auf Entfernung, sobald er gerufen. Aber er blieb auch auf Entfernung, bis „die Luft rein war“. Keine Chance ihm näher zu kommen. Angst vor Menschen. Was war ihm angetan worden?

So vergingen Wochen und Monate. Rudi war inzwischen aufgepäppelt, hatte sich geputzt, sodass sein Fell glänzte – aber es war nicht möglich, nah an ihn heran zu kommen. Er hatte einen grossen Einzugsbereich. Mann traf ihn am Kummel, in der Ahnstrasse, an der Wehrbrücke.

Der Winter kam. Was tun? Ihn mit der Falle fangen, ihn ins Katzenhaus bringen, ihm damit die Freiheit nehmen? Das wäre für ihn ein Unglück. Also wurde ihm in der Nähe des Fresshäuschens ein Schlafhäuschen gebaut, was er auch bezog. So wurde es wieder Frühling, und wieder Winter, und das ganze 11 Jahre lang. Aber Rudi blieb scheu und liess sich nicht anfassen.

Wieder wurde es Herbst, und die Tierschützerin bemerkte, dass Rudi ein schiefes Gesicht hatte, und ihm das Fressen schwer fiel. Er hatte Schmerzen, das war klar. Klar war auch, dass er nun das Alter hatte, in einer festen Bleibe zu leben.

Die Fangaktion mittels Falle verlief besser als befürchtet. Zunächst wurde er zum Tierarzt gebracht. Dort wurde festgestellt, dass Rudi ein kastriertes Weibchen war, das schiefe Gesicht kam von einem vereiterten Zahn.

Nun ist „sie“ im Katzenhaus. Als erstes ging sie sofort aufs Katzenklo ... Im Katzenhaus wird sie nun bleiben, denn ein zweites Mal geht sie nicht in die Falle, würde man sie im Frühjahr wieder in ihren alten Lebensraum zurück bringen. Sie sitzt in der Fensterbank und fühlt sich sichtlich wohl. Es ist zwar eng, aber warm. Keiner scheucht sie, alle sind lieb. Aber anfassen lässt sie sich immer noch nicht. Deshalb ist auch eine Vermittlung ausgeschlossen. Sie wird dort bleiben bis zu ihrem Ende.

Dieses ist die Geschichte von Rudi. Wie sie anfing, was passierte, weshalb sie diese unüberwindliche Angst vor Menschen hat, wissen wir nicht. So wie jedes Tier, was sich in der Obhut des TV befindet, seine Geschichte hat, die in jedem Falle traurig ist.

Sollten Sie, lieber Leser dieses Berichts, sich fragen, ob Sie irgendetwas tun könnten, den Tieren zu helfen, und die Arbeit der ehrenamtlichen Tierschützer zu unterstützen, dann werden Sie Pate eines solchen geschundenen Geschöpfs.

PS: Das Fress- und das Schlafhaus sind inzwischen schon wieder von einer anderen mageren, struppigen Katze mit Beschlag belegt worden.


Tierschutz-Aktionen

Aus der Arbeit des Tierschutzvereins

Eine vor Mitleid weinende Dame rief beim Tierschutzverein Bad Lauterberg an und berichtete, daß sie nicht allzu weit von hier, in eine Gastwirtschaft eingekehrt wäre. Dort hätte auf einer Theke in einem winzigen, verdreckten Käfig ein weisser Kakadu gehockt. Das Tier sei völlig apathisch gewesen. Kein Wunder bei der Enge, bei der verräucherten Luft und dem höllischen Lärm aus der Musik-Box. Sie hätte die Wirtin darauf angesprochen, aber die hätte nur gelacht. Das wäre Bruno und es ginge ihm prächtig. Sie, die Fragerin, solle verschwinden und das schnell. Es liesse ihr aber keine Ruhe, deshalb ihre Bitte an den Tierschutzverein, dem Elend ein Ende zu machen.
Nun ist es nicht so einfach, wie man es sich vorstellt, einem solchen Tier zu helfen. Die Tierschützer fuhren natürlich hin, und fanden genau das vor, was ihnen berichtet worden war. Ein klarer Weg wäre gewesen, das Veterinäramt einzuschalten und den Vogel zu enteignen. Aber – zumal Landesgrenze überschreitend – hängt ein Rattenschwanz von Bürokratie daran und es dauert seine Zeit. Hier aber war Eile geboten.
Zu schildern, wie es dennoch möglich wurde, dem Bruno zu helfen, geht hier zu weit. In kurzen Worten: Er konnte freigekauft werden.
Nun musste aber jemand gefunden werden, der sich bis zur Endlösung – Zoo oder Vogelpark – um den Vogel kümmern würde. Das tierliebe Ehepaar Kurth fand sich bereit und so zog Bruno, nach eingehender tierärztlicher Versorgung, bei ihnen ein.
Bruno blieb völlig stumm. Frau Kurth nahm ihn aus dem Käfig, legte eine Stange über die Badewanne, setzte Bruno darauf und duschte ihn ab. Graue Sosse floss aus seinem Gefieder und Bruno sagte noch immer nichts. Dann hüllte sie ihn in ein Badetuch und setzte ihn auf den Tisch. „ Nun fühlst du dich wohler, mein Kerlchen,“ sagte sie liebevoll. Da kam Leben in den Vogel. Unter lautem Gekreisch plusterte er sich auf und schrie: „ Alte Hexe ! Alte Hexe !“
Frau Kurth glaubte sich verhört zu haben. „ Was sagst du da ?“ Da ging es erst richtig los: „Alte Hexe, alte Hexe!“ klar und deutlich und so durchdringend, dass Frau Kurth erschreckt das Zimmer verliess. Wann immer sie es wieder betrat, ging es wieder los: „ Alte Hexe !“ - Frau Kurth war verzweifelt.

Gegen Abend hörte sie ihren Mann nach Haus kommen. Sie ging ihm entgegen und schilderte ihm die Situation. „ Mal sehen, was passiert, wenn ich zu ihm gehe,“ sagte er und betrat den Raum. Bruno war ganz still, aber als Herr Kurth näher trat, glaubte er seinen Ohren nicht zu trauen. Ganz leise und zärtlich gurrte Bruno :“ Papa !“ Er setzte ihn vorsichtig auf eine Schulter und Bruno schmiegte sich an seinen kopf :“ Papa, Papa !
Eindeutiger konnte nicht demonstriert werden, wer dem Vogel Böses angetan hatte. Gegen die Besitzerin wurde Anzeige wegen Tierquälerei gestellt. Bruno ist jetzt mit vielen Artgenossen in einem Vogelpark in einer grossen Voliere. Interessant wäre zu wissen, ob er noch immer :“ Alte Hexe !“ kreischen würde, sollte sich seine damalige Besitzerin vor die Voliere stellen.
Es ist aber davon auszugehen, dass sie es niemals tut...

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Aus der Arbeit des Tierschutzvereins

Auf steinigem Boden ...

Diese Begebenheit, die sich in der vergangenen Woche ereignete, ist es wert erzählt zu werden.
In einem leerstehenden Fabrikgebäude würde eine herrenlose Katze mit ihren Jungen leben, so wurde es der Vorsitzenden des Tierschutzvereins berichtet.
Auf steinigem Boden, übersät mit Glasscherben, Abfällen aller Art, ausrangierten Maschinenteilen und Baumaterial, hockte eine Katze mit vier Jungen, die versuchten die letzte Milch aus der Mutter zu saugen. Sie waren schon etwa vier Wochen alt. Auf das hingestellte Futter stürzten sie sich erst, als die Tierschützerinnen den Raum verlassen hatten. Angst!! Am nächsten Tag stellten sie eine mit Futter bestückte Transportkiste auf, um sie daran zu gewöhnen. Tags darauf füllten sie sie erneut und konnten feststellen, daß die Tiere, ausgehungert wie sie waren, in die Kiste gingen, um zu fressen. Am dritten Tag, mit einem Bindfaden an der Klappe und aus der Deckung heraus gezogen, klappten sie die Kiste zu. Mutter und zwei Katzenkinder saßen drin. Zwei Kleine entkamen. „Die kriegen wir auch noch.„, sagten sich die Helferinnen und brachten zunächst die eingefangenen in Sicherheit.
Doch die nicht erwischten Katzenkinder waren nicht zu finden. Es wurde Futter ausgelegt, gesucht, im Gerümpel gewühlt. Nichts. Schließlich, vielleicht drei Tage später, hatte jemand eine gute Idee: Vielleicht, wenn man die Mutterkatze, sie nannten sie inzwischen Mammi, aus dem Katzenhaus zurück in das Fabrikgebäude brächte, würde sie ihre Jungen aus dem Versteck locken. Im Transportkorb wurde sie zurück geschafft und dort abgestellt, wo der Korb die Tage zuvor gestanden hatte.
Sofort fing Mammi laut und kläglich an zu mauzen. Aufgeregt kratzte sie am Korb und versuchte heraus zu kommen. Es dauerte keine fünf Minuten, da standen die Kleinen vor der Klappe. Eine Helferin packte zu und setzte sie schnell in den Korb.
Was dann geschah ist schwer in Worte zu kleiden, denn wie soll man solche Freude beschreiben? Die Jungen drückten sich an ihre Mutter, die sofort anfing sie zu belecken. Dann legte sie sich auf die Seite, so daß sie trinken konnten. Das laute Gemauz von Mammi war einem leisen, zufriedenen Gurren gewichen. Die Tierschützerinnen waren genauso glücklich wie die Katzenfamilie.

Die Begebenheit möchte der Tierschutzverein nochmals zum Anlaß nehmen, alle Katzenbesitzer zu bitten, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Nicht nur, um die endlose Vermehrung zu unterbinden, sondern auch der Katze zuliebe. Katzenmütter sind extrem liebevoll mit ihren Jungen. Sie suchen sie lange und leiden darunter, wenn man sie ihnen wegnimmt. Wer verantwortungsbewußt ist und seine Katze liebt, erspart ihr den zweimal jährlich wiederkehrenden Kummer.

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Aus der Arbeit des Tierschutzvereins

Schnuckelchen                                       

Abends, wenn Familie Schubert auf der Terrasse saß kam Mutter Igel aus dem Gebüsch, in ihrem Gefolge drei Igelkinder, nicht viel größer als eine Zitrone. Dann verhielt sich die Familie völlig still und beobachtete mit Freude wie die Igel von dem Katzenfutter fraßen, was sie ihnen vorsorglich hingestellt hatten. So ging das über einige Wochen. Die Kleinen waren schnell größer geworden, und um Streit zu vermeiden hatte die Familie den Freßnapf noch vergrössert. Auch wackelten sie nicht mehr hinter der Mutter her, sondern tobten um sie herum. Nur eines nicht. Das wollte nicht so richtig wachsen, blieb immer noch an Mamas Seite, war wohl das Nesthäkchen, was etwas zurück geblieben war.
Eines Abends kamen zwar die „Kinder„ aber nicht die Mutter mit dem Kleinen. Am Abend darauf auch nicht. Mutter und Nesthäkchen kamen nicht mehr.
Gesprächsweise erwähnte Frau Schubert dem Nachbarn was geschehen war und der wußte zu berichten, dass er einen überfahrenen Igel von der Straße beseitigt habe.

Da war alles klar. Aber wo war das Kleine? Die Familie suchte den Garten ab – nichts. Sie guckten in die Kellerfensterschächte, hinter jede Möglichkeit des Verstecks – nichts. Das arme „Schnuckelchen„ lebt bestimmt auch nicht mehr.
Drei Tage später, die Familie saß wieder auf der Terrasse, erschien das Igelchen. Noch kleiner und struppiger als zuvor – aber es gab es noch! Schnell wurde ein Karton gesucht, mit Papier ausgelegt, Futter bereit gestellt und Schnuckelchen hinein gesetzt.

Aber es wollte nicht fressen, und wenn es so verloren und allein in seinem Kistchen hockte, konnte man sich nicht vorstellen, daß es am Leben blieb. Da kam Frau Schubert eine zündende Idee: Wir legen den borstigen Gartenhandfeger dazu. Das war die Rettung! Schnuckelchen begann zuerst zu schnuppern, dann zu fressen, und dann kuschelte es sich in den Handfeger wie an „Mamis„ Bauch. Es wuchs und nahm zu, aber in den Winterschlaf fiel es nicht. Es blieb im und am Haus und wurde ein drolliges Familienmitglied. Im Frühling machte es Spaziergänge im Garten, weshalb ihr sicherheitshalber ein weißer Punkt auf den Rücken gemalt wurde. Die Ausflüge dauerten immer länger und eines Tages kam es gar nicht wieder. Vielleicht war es ja ein Mädchen, was ihren Igelmann gefunden hat, tröstete sich die Familie, die traurig war, obwohl dieses normal und überhaupt das Beste war, was passieren konnte.

Im Sommer darauf saß die Familie wieder auf der Terrasse. Plötzlich schnaufte es im Gebüsch und gleich darauf kam „Schnuckelchen„ hervor – der weisse Punkt noch gut sichtbar – hinter ihm drei Igelkinder, nicht viel größer als eine Zitrone....

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Aus der Arbeit des Tierschutzvereins

Ein Weihnachtswunder ? !

Die Katze auf der Treppe.
"Diese breite Treppe ist mein Reich," so denkt der alte Kater, der keinen Namen hat, weil niemand ihm einen gab. Die breite Treppe ist der Lebensraum vieler Katzen, die dort in der Sonne dösen und einen Busch kennen, unter dem es ziemlich trocken bleibt, wenn es regnet. Es sind zwar Individualisten, aber hier gibt es keinen Streit, denn sie sind eine Notgemeinschaft. Alle hoffen darauf, dass irgend jemand von den vielen Menschen, die die Treppe hinauf und wieder hinunter gehen, ein wenig Futter hinwirft.
Der alte Kater weiß inzwischen, dass gegen Abend eine freundliche Frau kommt, die die Reste ihres Mittagessens auf ein Stück Zeitung legt. Da sind Nudeln und Kartoffeln, manchmal sogar noch etwas Soße dabei. Gestern ist sie nicht gekommen. Was, wenn sie überhaupt nicht mehr kommt?
Das junge Mädchen, das hier zur Arbeit geht, hat zwar kein Futter, aber es streichelt ihn. Sie sagt, sein Fell wäre struppig, aber es ist so schön, mal eine Hand zu spüren, die es gut meint. Vor ein paar Tagen hat ein Kind eine Eistüte fallen lassen. Da war etwas wie Sahne drin. Köstlich!
Wie lange - überlegt der alte Kater - lebe ich schon hier?
Die freundliche Frau mit den Essensresten ist wieder nicht gekommen. Traurig sitzt er da. Die letzten Nächte waren schon kalt. Der Winter steht vor der Tür!
Während er so da sitzt, hungrig und entmutigt, bemerkt er nicht, dass vor ihm ein älteres Ehepaar stehen geblieben ist." Sieh nur," sagte der Herr zu seiner Frau," sieht der nicht genauso aus wie unser verstorbenes Peterle?" - "Das ist unser Peterle, sieh nur, die Farbe des Fells, die schönen Augen, die runde Kopfform - der bittende Blick. Wenn es so etwas gäbe wie die Wiedergeburt, dann ist dies unser Peterle!"
Das Ehepaar sah sich an, sah auf den alten Kater. "Ich glaube, sagte sie," er denkt jetzt: nehmt mich doch mit!" - Es bedurfte keiner weiteren Worte: "Komm mit uns, Katerchen, dann hast du ein Zuhause und wir zu Weihnachten keine Trauer mehr am leeren Körbchen."


Erzählt von Thea Hartung
Tierschutzverein Bad Lauterberg und Umgebung e.V.

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Aus der Arbeit des Tierschutzvereins

Schildkröte im Wasser ...

Ein Kurgast berichtete dem Tierschutzverein ganz aufgeregt, dass er bei seiner Wanderung an einem Fischteich vorbei gekommen wäre, und dort hätte er eine Schildkröte im Wasser entdeckt. Seiner Schätzung nach - er hätte sie nur von oben gesehen - wäre der Panzer bestimmt 35 bis 40 cm lang gewesen. Er melde das, weil er ein Tierfreund sei, und weil dieses bedauernswerte Geschöpf ja unmöglich den Winter dort überleben könne.

Was immer über Tiere in Not dem Tierschutzverein mitgeteilt wird, es muss dem nachgegangen werden. 

Zunächst also machte sich ein Tierschutzmitglied auf, um die Schildkröte in Augenschein zu nehmen.  Sie suchte rund um den Teich, der stark verkrautet und schwer zugänglich war. Sie hatte eine Kamera dabei und ein kleines Fernglas - von einer Schildkröte aber war nichts zu entdecken. "Wer weiß, was der gesehen hat." Wenn es keine gibt, können wir auch keine retten.

Einige Tage später aber meldete sich der Leiter einer Wandergruppe und berichtete, dass alle Wanderer - es waren 14 - in besagtem Teich eine wie oben beschriebene Schildkröte gesehen hätten. "Da müssen Sie doch eingreifen!" Das sagt sich so leicht. Erst gingen erneut zwei Helferinnen los um zu suchen - und wieder war nichts zu finden. Es wurde beschlossen, dass zu verschiedenen Tageszeiten nachgeschaut werden sollte, was auch geschah.

Inzwischen wurden aber Vorbereitungen getroffen und bei Fachleuten nachgefragt, ob es Schildkröten gibt, die auf dem Grund liegend überwintern. Solche gibt es - aber nicht im Harz. Es sei denn durch die Erderwärmung... Das Wahrscheinlichste war, dass sie irgendeinem Terrarien - Besitzer zu groß geworden war und er sie dort "entsorgte". Keiner sah das Tier, aber "bereit sein ist alles": Es wurde überlegt, wie man es einfangen könne. Mit einem stabilen Kescher? Wie tief war der Teich? Konnte man in einer Wathose durchwaten? Wo kriegt man einen Kescher, resp. eine Hose her? Und letztendlich: Wohin mit dem Tier, wenn man es denn hätte? Alle diese Fragen konnten durch x Telefonate geklärt werden, ansonsten war Abwarten angesagt. Bis dann nach einigen Tagen ein Lehrer anrief und erzählte, dass er mit seinen Schülern oberhalb des Teiches ein sonderbares Tier im Schilf, ganz dicht am Ufer, gesehen hätte. Er konnte genau beschreiben an welcher Stelle. 

Na endlich! Mit Gummischuhen und einer kleinen Wanne zogen zwei Helferinnen los. Ganz vorsichtig  bogen sie die Uferpflanzen zur Seite zwecks Überraschungsangriff. Und dann ein Schrei und Sprung zurück: "Das ist keine Schildkröte, es ist ein Krokodil!!"  Ein großes, graues, mit aufgerissenem Maul und spitzen Zähnen - allerdings war es aus Plastik.

Da lachten selbst die Fische,

Thea Hartung, Tierschutzverein Bad Lauterberg

 

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Aus der Arbeit des Tierschutzvereins

Glückliche Rettung nach 3 Tagen!

Der Tierschutzverein Bad Lauterberg wurde angerufen, um einen Sperber in einer Lagerhalle im Odertal einzufangen. Schon seit einigen Tagen versuchte er vergeblich, aus der großen Halle wieder heraus zu fliegen. 
Die tierfreundlichen Mitarbeiter vor Ort hatten schon einige Versuche unternommen, um dem Vogel wieder in die Freiheit zu verhelfen. Jedoch waren die Versuche 3 lange Tage lang nicht von Erfolg gekrönt und so entschieden sie, den Tierschutzverein Bad Lauterberg um Hilfe zu bitten. 
Dort war man sofort dazu bereit und fuhr zum Ort des Geschehens. Hier stellte sich die Frage, wie der Sperber in ca. 10 m Höhe einfangen werden sollte. Es wurde geplant, mit einem Gabelstapler in die luftige Höhe hinaufzufahren und den Greifvogel mit einem großen Käscher einzufangen. 
Allerdings wurde der Sperber durch die Aktivitäten aufgeschreckt und fing sogleich an, seine Runden durch die Lagerhalle zu ziehen. Mit Entsetzen wurde beobachtet, wie das Tier gegen ein Oberlichtfenster flog und benommen zu Boden sank. 
Beherzt wurde der Sperber aufgehoben, mit einem Tuch gesichert und untersucht. Glücklicherweise wurden keine Verletzungen festgestellt. Nachdem der Greifvogel sich wieder orientiert hatte, flog er in die schon tagelang vermisste Freiheit zurück.

Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitern der Lagerhalle für ihren Einsatz und die Ausdauer, das Leben dieses Sperbers zu retten.